Die alte Generation von Transportgeräten für Grabbagger hat ausgedient. Materialermüdung und Abnutzung setzen den Geräten eben Grenzen und 20 Jahre sind für solch extrem genutzte Geräte eine Altersgrenze, die ohnehin mehr ist als ursprünglich erwartet. Die Frage war jetzt – wieder auf Basis von Anhänger oder gibt es andere Möglichkeiten die Grabbagger vor Ort zu bringen? Die ersten Erkundigungen zeigten bald, dass die neue Standard-Anhängergeneration zu schwach war um die geforderten Gewichte auf Dauer zu stemmen. Eine Spezialanfertigung dagegen würde in der Investition ein völlig aus dem Ruder laufende Preis-Leistungs-Verhältnis ergeben. Was nun?
 
Einziger Ausweg war, auf einen LKW als Transportfahrzeug auszuweichen. Dabei waren aber einige Tatsachen zu berücksichtigen, die nicht unwesentlich waren. Gab es genug Mannschaft, welche die erforderlichen Fahrlizenzen aufwies? Gab es genug Parkraum am Firmengelände? Wie würde der Winterdienst aussehen bei Schnee und Eis? Wie wäre der Aufbau des LKW’s zu gestalten? Die Planung und Vorbereitung nahm rund ein Jahr in Anspruch. Dann war es möglich, einen möglichen LKW-Typ zu benennen, der den Anforderungen gerecht wurde und im Preis-Leistungs-Verhältnis eine Kalkulation zuließ, die den Einsatz rechtfertigte.
 
Nach einigen Tests und Vorführungen wurde ein IVECO Chargo 150E25WS als Fahrgestell ausgewählt und der dazugehörige Aufbau bei der Kriessl GmbH & CO KG in Auftrag gegeben. Der Aufbau wurde in Zusammenarbeit mit der Aufbaufirma nach den Vorstellungen der Totengräber geplant und gefertigt. Die erforderliche Einrichtung sollte noch ein eigenes Kapitel werden. Als Zusatzausrüstung wurde noch eine ausreichen dimensionierte Ladeboardwand geordert, mit der 2,1 Tonnen schwere Bagger auf die Ladefläche gehoben werden kann.
 
Nach fünf Monaten stand das Fahrgestell beim Aufbauer und nach weiteren zwei Monaten fuhr das Fahrzeug das erste Mal im Firmengelände ein. Jetzt begann die Arbeit, die entscheidend dazu beitragen würde, das Fahrzeug auch organisatorisch optimal einsetzen zu können. Die Einrichtung als Werkstattwagen wurde vom firmeneigenen Personal übernommen. Eine Werkbank und Werkzeugschränke wurden eingebaut, Regale für Grabschalungen entworfen, geschweißt und errichtet, Befestigungsmöglichkeiten für Bagger, Erdcontainer und Erdmaterialtransporter geschaffen. Nochmal zwei Monate intensiver (zusätzlicher) Arbeit waren notwendig um aus dem Fahrzeug einen vollen Erfolg zu machen.
 
Zwischenzeitlich mussten unsere hauptberuflichen Totengräber die Führerscheinprüfungen für schwere LKW ablegen und auch diese zusätzliche Aufgabe wurde mit ausgezeichnetem Erfolg bewältigt. Jetzt ein Jahr nach Bestellung kam der große Augenblick, in dem das Fahrzeug das erste Mal in den richtigen Einsatz rollte. Seit diesem Augenblick war das Personal wirklich Feuer und Flamme für unseren „GROSSEN“.
 
Neben der erhöhten Verkehrssicherheit durch das Allrad-Fahrgestell insbesondere im Winter und am Berg zeigte sich schnell, dass die Arbeitserleichterung durch die selbst entworfene Einrichtung des LKW’s erheblich war und voll und ganz den Erwartungen entsprach. Allen, der Betriebsleitung, den Planern und dem Personal fiel ein riesiger Stein vom Herzen nach der erfolgreichen Inbetriebnahme. Auch wenn Anfangs gewisse Bedenken der Totengräber vorlagen, die im Grunde etwas mit der Einführung von ganz Neuem zu tun hatten – heute würden sie sich heute geschlossen vor das Fahrzeug stellen, wenn man ihnen dieses wegnehmen wollte. Schön, wenn etwas so gelungenes den Arbeitsalltag erleichtert.